Café Kränzchen


Café Kränzchen (Foto: DemenzForumDarmstadt e.V.)

Café Kränzchen (Foto: DemenzForumDarmstadt e.V.)

Offenes Angebot für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen

Gemütlich einen Kaffee trinken gehen und die Zeit mit seinen Angehörigen mit Demenz genießen, macht viel Freude. Der Alltag mit Demenz beansprucht häufig so, dass das gesellige Miteinander seltener wird. Die Demenz macht den betroffenen Angst.

Das „Café Kränzchen“ macht es möglich, einmal in der Woche einen gemütlichen Nachmittag im Café zu verbringen. In angenehmer Kaffee- und Teerunde können sich Angehörige und Betroffene kennen lernen und sich mit Mitarbeiterinnen des DemenzForumDarmstadt e.V. austauschen.

Die betroffenen müssen sich nicht bei diesem Angebot anmelden und können somit je nach Tagesform und – planung einfach kommen.

Die Idee für das „Café Kränzchen“ war einen offenen Treffpunkt für Menschen mit Demenz und ihre Familien, anzubieten. Das war aus der Erfahrung entstanden, dass Familien sich mit dem ersten Schritt in Richtung „Entlastung“ schwer tun, weil das Thema „Entlastung für Angehörige von Menschen mit Demenz“ häufig mit einer Trennung in Verbindung gebracht wird. Es sollte ein Angebot geschaffen werden, in dem diese Trennung nicht stattfindet, und Begegnung mit anderen Familien mit Demenz möglich wird – aus der Isolation in die Teilhabe, das war die Idee.

Umgesetzt werden sollte die Idee im „öffentlichen Raum“ einem öffentlichen Café , denn ein gemeinsamer, entspannter Café-Besuch, bei dem andere Menschen mit am Tisch sitzen, ist für viele einfacher zu organisieren, als der Besuch eines regelmäßigen Gruppenangebotes. Denn er kann ohne Anmeldung, ohne Festlegung auf eine genaue Uhrzeit passieren.

Das „Café Kränzchen“ wurde am 11. November 2014 eröffnet. Am 25. November 2014 war die Auftaktveranstaltung, die in einer großen Runde, mit zehn Familien stattfand. Die Stimmung war gut – es wurde viel gelacht und miteinander erzählt.

Die Bürgerstiftung Darmstadt fördert dieses Projekt mit 2.000 EUR.


„Café Kränzchen“ – Bericht 2014

Anbei der Bericht über den aktuellen Projektstand (März 2015):

Unsere Idee für das „Café Kränzchen“ war, einen offenen Treffpunkt für Menschen mit Demenz und ihre Familien, anzubieten. Das war aus der Erfahrung entstanden, dass Familien sich mit dem ersten Schritt in Richtung „Entlastung“ schwer tun, weil das Thema „Entlastung für Angehörige von Menschen mit Demenz“ häufig mit einer Trennung in Verbindung gebracht wird. Wir wollten ein Angebot schaffen, in dem diese Trennung nicht stattfindet, und Begegnung mit anderen Familien mit Demenz möglich wird – aus der Isolation in die Teilhabe, das war und ist unsere Idee.

Umgesetzt werden sollte unsere Idee im „öffentlichen Raum“, einem öffentlichen Café, denn ein gemeinsamer, entspannter Café-Besuch, bei dem andere Menschen mit am Tisch sitzen, ist für viele einfacher zu organisieren, als der Besuch eines regelmäßigen Gruppenangebotes. Denn er kann ohne Anmeldung, ohne Festlegung auf die genaue Uhrzeit passieren.

Für die Realisierung des Projekts haben wir neben Get up Hessen, die Bürgerstiftung Darmstadt, die HSE-Stiftung und auch den Rotary-Club Darmstadt-Bergstraße um ihre Unterstützung gebeten. Die Zusage für die Projektfinanzierung erhielten wir von Get up Hessen Mitte August 2014 – und auch die Zusagen aller drei angefragten Unterstützer_innen erhielten wir zeitnah danach – sodass wir in die Umsetzung starten konnten, die vom ersten Schritt bis zur „Café-Eröffnung“ viel Organisation und Zeit erforderte. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen vier Mittelgebern für ihre Unter-stützung nochmals ausdrücklich bedanken, denn wenn eine unserer Anfragen negativ entschieden worden wäre, hätten wir mit unserem Projekt nicht starten können.


Zunächst stellte sich die Frage, welcher Ort hier in Darmstadt für unsere Projektidee geeignet wäre. Da es ein öffentlicher Ort sein sollte, entschieden wir uns, verschiedene Cafés anzuschauen. Unsere „Wunsch-Location“ sollte sowohl mit dem eigenen PKW (Parkraum!) als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sein. Sie sollte sich im Stadtzentrum befinden, um den Cafébesuch mit einem Einkauf oder Bummel verbinden zu können. Sie sollte hell und geräumig sein, nicht zu laut oder hektisch. Die Toiletten sollten barrierefrei zugänglich sein. Und die Menschen, die dort arbeiten, sollten unsere Idee unterstützen und mit den eventuellen Herausforderungen durch ein besonderes Verhalten von Menschen mit Demenz umgehen wollen.


So schauten wir uns einige Cafés an und in drei Cafés kam es zu Gesprächen mit den Café-Organisatoren, in denen ich unser Projekt vorstellen konnte. Das hat mich zu diesem frühen Zeitpunkt sehr gefreut. Insgesamt stieß das Projekt auf große Zustimmung und „offene“ Türen. Zwei Cafés der engeren Wahl arbeiten mit dem inklusiven Ansatz, das heißt, dort arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Zu-erst gefiel uns der Gedanke, dies mit unserem Projekt des Treffs im öffentlichen Raum zusammenzubringen, sehr gut. Es zeigte sich aber in den weiterführenden Überlegungen, dass hier die Herausforderungen des Umgangs mit den Besonderheiten des je-weils anderen vielleicht doch zu groß sein könnten.


Unsere Wahl fiel, nach zwei Vorgesprächen mit der Pächterin, auf das „Teekontor Friesische Freiheit“. Denn dort wurden alle unsere Wünsche erfüllt: das „Teekontor Friesische Freiheit“ liegt im Stadtzentrum nahe dem Marktplatz, mit behindertengerechtem WC, ruhiger Atmosphäre und Menschen, die bereit waren und nach wie vor sind, unsere Projektidee zu unterstützen. Nachdem wir den Ort gefunden hatten, widmeten wir uns dem nächsten Schritt: der Flyer-Gestaltung. Ein ansprechender Text sollte entwickelt werden. Alle wichtigen Infos übersichtlich angeordnet, sowie die Logos aller Förderer und des Teekontors „Friesische Freiheit“ und unsere Idee, so einladend wie möglich dargestellt, sollten auf dem Flyer Platz finden. Flyer-Entwicklungen sind immer Puzzle-Arbeiten, sie kosten viel Zeit und immer wieder Veränderungen, bis das „Werk“ für alle zufriedenstellend fertiggestellt und gedruckt werden konnte. Die erste Auflage waren fünfhundert Flyer. Die Flyer wurden an alle Netzwerkpartner im Themenbereich „Demenz“ verschickt, mit dem Auftrag, sie an betroffenen Familien weiterzuleiten. Aktuell sind die Flyer alle vergriffen und wir haben die zweite Auflage in einer Stückzahl von tausend Stück in Auftrag gegeben .Das „Café Kränzchen“ wurde am 11. November 2014 eröffnet. Am 25. November 2014 organisierten wir die Auftaktveranstaltung, die in einer großen Runde, mit zehn Familien stattfand. Die Stimmung war sehr gut – es wurde viel gelacht und miteinander erzählt. Über die Tagespresse versuchten wir das „Café Kränzchen“ zu platzieren, immerhin gab es eine kleine Notiz in der Rubrik „kurz gemeldet“. Einen weiteren Versuch werden wir in diesem Jahr starten Auf der Internet-Seite des DemenzForumDarmstadt e.V. steht es als „Dauerangebot“ und ist leicht zu finden. Auch wenn alle Familien, denen wir unser Angebot offeriert haben, davon begeistert waren, bleibt die aktuelle Gästezahl bei zwei bis drei Familien, so dass immer genug Zeit und Raum für die Gespräche mit den Familien zur Verfügung steht.

Bis zum Ende des Jahres begleitete eine Praktikantin gemeinsam mit mir das Angebot, ab 2015 steigen ehrenamtlich engagierte Menschen in die Begleitung des „Café Kränzchen“ ein. Angefragt haben wir ehemalige Angehörige, deren Experten-Wissen für Familien eine gute Brücke in eine professionelle Beratungssituation sein kann.


 

Der gut organisierte Fachtag am 26. November 2014 in Fulda war eine gute Gelegenheit, die anderen Get up Projekte kennenzulernen und mit den Kolleg_innen Ideen und Tipps auszutauschen. Es wäre sehr schön, auch in diesem Jahr eine solche Austauschmöglichkeit zu haben.

DemenzForumDarmstadt e. V.

DemenzForumDarmstadt e. V.

Das „Café Kränzchen“ macht uns viel Freude und wir möchten uns am Ende dieses ersten Berichts bei allen Förderern ganz herzlich bedanken, dass sie mit ihrer Unterstützung die Realisierung dieses wichtigen Angebotes möglich gemacht haben.

 

Darmstadt, im Februar 2015

Dorothee Munz-Sundhaus (Geschäftsleitung)

Helga Claus (Projektkoordination)


Weiter Informationen unter:

http://www.demenzforum-darmstadt.de/Cafe_Kraenzchen_Austausch_Angebote