Hilfe für Intensivklassen an der LIO


Junger Freiwilliger unterstützt den Unterricht von Flüchtlingen und Migranten an der Justus-Liebig-Schule – Bürgerstiftung Darmstadt übernimmt die Kosten.

Darmstadt, 22. Mai 2017. Für Kinder, die das sechste Lebensjahr vollendet haben, besteht Schulpflicht. Das gilt für den deutschen Nachwuchs und ebenso für Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien oder zugewanderten Familien aus EU-Ländern. In der Regel müssen diese zunächst Deutsch lernen. Bei arabischer Muttersprache beginnt der deutsche Spracherwerb mit dem lateinischen Alphabet. Um die Kinder zu unterrichten, und ihnen dabei gleich Gelegenheit zu geben, mit deutschen Gleichaltrigen in Kontakt zu kommen, wurden an hessischen Schulen sogenannte Intensivklassen eingerichtet – auch an der Justus-Liebig-Schule (LIO). Am Darmstädter Gymnasium gibt es zwei dieser Klassen für jeweils 16 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 17 Jahren. Ihr Bildungsgrad ist sehr unterschiedlich und die Unterrichtsgestaltung dadurch anspruchsvoll. Daher hatte sich die LIO entschieden, einen jungen Freiwilligen einzubeziehen, der die Intensivklassen im Unterricht, in der Mittagspause und in der Hausaufgabenbetreuung zusätzlich zu den Lehrkräften im Zuge seines sozialen Jahres begleitet. Die Kosten für diese Unterstützung wurden von der Bürgerstiftung Darmstadt übernommen. Zur Förderung des Projekts hat die Bürgerstiftung  Mittel aus der unselbständigen Alfred-Schmitz-Stiftung sowie aus der ebenfalls unselbständigen Otto-Schmitz-Stiftung verwendet. „Es gibt bei den Kindern und Jugendlichen große Unterschiede in der Leistung, ihrem Vorwissen und der Motivation. Manche wurden auf der Flucht schwer traumatisiert. Die Lehrerinnen und Lehrer müssen sich ganz neuen Herausforderungen stellen. Da bedeutet die Hilfe durch einen jungen Freiwilligen eine große Entlastung“, sagt Dr. Markus Hoschek, Vorsitzender der Bürgerstiftung Darmstadt.

 

Engagierter Abiturjahrgang

„Für die Intensivklassen haben wir ein teilintegratives Modell entwickelt, mit dem die Kinder und Jugendlichen stufenweise in den normalen Unterricht integriert werden können“, erklärt Britta Stuwe, Fachlehrerin für Biologie und Chemie an der LIO. „Das Kollegium arbeitet intensiv im Team und probiert Möglichkeiten aus.“ Insbesondere der Sportunterricht sei für den ersten Schritt geeignet, um Flüchtlinge und Migranten in bestehende Klassen einzugliedern. Neben dem jungen Freiwilligen wirkte auch der Abiturjahrgang beim Unterricht mit. „Während des Abiturs nehmen die Freistunden für die Schülerinnen und Schüler zu. Einige haben die Zeit genutzt, um sich bei der Betreuung der Intensivklassen zu engagieren“, schildert Britta Stuwe.

Die Bürgerstiftung Darmstadt hat darüber hinaus den Erwerb von vier Laptops für den Unterricht in den Intensivklassen ermöglicht. Fortgeschrittene Schülerinnen und Schüler erarbeiten damit erste Präsentationen. Schwächere können mithilfe von Übungsprogrammen besser gefördert werden. „Die Kinder und Jugendlichen lernen in den Intensivklassen nicht nur Deutsch, sondern erleben in der Schule einen geregelten Alltag. Gerade für Flüchtlingskinder war das lange nicht möglich. Durch Bildung gelingt es ihnen, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren, die für viele auch auf Dauer eine Heimat sein wird“, schließt Dr. Markus Hoschek.

Die Darmstädter Bürgerstiftung hat es sich zum Ziel gemacht, Darmstädter Projekte anzustoßen und zu fördern, wobei das Thema Bildung klar im Vordergrund steht. Die Initiative finanziert sich durch regelmäßige Spenden und Zustiftungen. Alle Informationen zur Bürgerstiftung finden Sie auf www.buergerstiftung-darmstadt.de

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