Tätigkeitsbericht 2015 – Vielfältiges Engagement für Darmstadt


Die Anstifter: Vielfältiges Engagement für DarmstadtTätigkeitsbericht 2015

23 Projekte förderte die Bürgerstiftung Darmstadt 2015 – immer mehr Menschen entscheiden sich für eine Patenschaft.

Eine engagierte Zivilgesellschaft hilft, das Bildungssystem zu stärken. Sie übernimmt Verantwortung und gestaltet die Welt von Morgen aktiv mit. Diesem Auftrag hat sich auch die Bürgerstiftung Darmstadt verpflichtet. Jährlich unterstützt sie lokale Projekte, die vor allem Kinder und Jugendlichen, grundsätzlich aber allen Menschen der Stadt einen tieferen Zugang zu Bildung ermöglichen sollen. Wie erfolgreich die Bürgerstiftung Darmstadt in ihrem Wirken ist, veranschaulicht der Tätigkeitsbericht 2015. „Es war ein gutes Jahr. Wir konnten erneut vielfältige Projekte unterstützen und initiieren“, sagt Dr. Markus Hoschek, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung. „Seit 2010 waren es über 140 Projekte insgesamt, die vor allem einen Schwerpunkt auf Erziehung und Bildung mit Wissenschaft und Forschung hatten.“ Rund 600.000 Euro hat die Bürgerstiftung Darmstadt bis zu diesem Zeitpunkt für die Projekte als Fördermittel zur Verfügung gestellt.

„Der Erfolg unserer gemeinnützigen Arbeit wurde nicht nur mit dem Gütesiegel des Bundesverbands Deutscher Stiftungen bestätigt. Auch die Zahl langfristiger Patenschaften wächst. Über die Unterstützung und das entgegengebrachte Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger freuen wir uns sehr“, erklärt Dr. Jan Sombroek, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Darmstadt. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Patenschaften auf 36 gestiegen. Ihre Spende von rund 33.000 Euro (Vorjahr: 27.000 Euro) ermöglichten zahlreiche soziale Projekte im Stadtgebiet.

 

Variable Patenschaften

Pate werden können neben Einzelpersonen und Familien auch Gruppen und Unternehmen. Das Patenschaftsmodell der Bürgerstiftung hält vier Kategorien mit unterschiedlicher Höhe der Jahresspende zur Auswahl bereit: Sie reichen von Platin (3.000 Euro/Jahr) bis Bronze (100 Euro/Jahr). „Mithilfe der Patenschaften gelingt es uns, den schwachen Zinserträgen zu begegnen und Projekte auf längere Sicht zu planen“, erläutert Hoschek.

Insgesamt wurden 2015 Projekte für Stiftungszwecke in der Höhe von etwa 110.000 Euro gefördert. Rund 65.000 Euro entfielen dabei auf die Schwerpunkte Erziehung und Bildung mit Wissenschaft und Forschung. Das entspricht 59 Prozent der Gesamtausgaben. Das Stiftungsvermögen lag 2015 bei 5.894.966,62 Euro (Vorjahr: 5.861.736,56 Euro). Es ist in Fondanteilen, Termin- und Tagesgeldern angelegt und erwirtschaftete einen Jahresüberschuss von 67.241,31 Euro (Vorjahr: 43.338,25 Euro).

 

Neugier von Kindern wecken

Zu den eigenen Projekten der Bürgerstiftung zählen seit 2010 die Kindervorlesungen und der Bücherkoffer. Beide Angebote richten sich an Kinder im Grundschulalter. Sie wollen die Neugier für Wissenschaftsthemen und die Begeisterung fürs Lesen wecken. Mehr als 60 Kindervorlesungen wurden seit 2010 erfolgreich durchgeführt. Wie in den Jahren zuvor standen auch 2015 echte Experten aus Wissenschaft und Forschung in originärer Umgebung – dem Hörsaal A2 des Audimax-Gebäudes der Technischen Universität Darmstadt – zu faszinierenden Themen Rede und Antwort. 2016 werden die Kindervorlesungen weitergeführt. Das aktuelle Programm ist auf der Webseite der Bürgerstiftung Darmstadt veröffentlicht.

Der Bücherkoffer ist ein Türöffner in die spannende Welt der Literatur. Dafür hat die Bürgerstiftung 11 mal 60 Bücher in einem Koffer auf die Reise durch alle dritten Klassen der Darmstädter Grundschulen geschickt. Die Auswahl der Bücher wurde von freien Darmstädter Buchhandlungen gemeinsam mit Lehrerinnen und Lehrern zusammengestellt. Jeweils vier Wochen lang konnten Kinder einer Klasse in den Büchern schmökern und dabei lernen, wie viel Spaß das Lesen bereiten kann.

 

SchuleKreativ bringt Kunstschaffende an Schulen

Neu unter dem Dach der Bürgerstiftung ist das Projekt SchuleKreativ. Es wurde um die Jahrtausendwende von Darmstädter Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Magistrat gegründet und bringt Kunstschaffende mit dem Nachwuchs an Schulen zusammen. Damit soll ein Ausgleich zu den kognitiven Wissensbereichen geschaffen werden, auf die viele Bildungsträger heute ihren Fokus legen. Denn die PISA-Forschung belegt: Das Reduzieren von musisch-kreativer Bildung wirkt sich ungünstig auf die Entwicklungschancen von Kindern und Jugendlichen aus. SchuleKreativ wirkt dem mit einem vielfältigen, kreativen und anspruchsvollen Angebot entgegen. Ende 2015 hat die Bürgerstiftung dieses Projekt von der Stiftung FUTURZWEI übernommen.

Über die Schwerpunktbereiche hinaus engagiert sich die Bürgerstiftung auch in der Alten-, Jugend-, Familien- und Behindertenhilfe, Kunst, Kultur und Denkmalpflege, im Gesundheits- und Wohlfahrtswesen, in Palliativ- und Hospizeinrichtungen. 2015 wurde außerdem das ehrenamtliche Engagement in der Flüchtlingshilfe ausgebaut. „Das Mitwirken der Bürgerinnen und Bürger ist für die Flüchtlingshilfe wesentlich“, sagte Hoschek. Mit wachsenden Flüchtlingszahlen stieg auch der Bedarf an Sprachförderung. Hier ermöglichte die Bürgerstiftung dem Sprachenzentrum der TU Darmstadt, das „Darmstädter Modell“ einzuführen. Dies bezeichnet ein Programm zur Ausbildung ehrenamtlicher Deutschlehrender und läuft seit Ende 2015 mit großem Erfolg. Die Bürgerstiftung Darmstadt hat weiterhin den Sozialkritischen Arbeitskreis Darmstadt e. V. darin unterstützt, niedrigschwellige Sprachförderung für junge Flüchtlinge anzubieten. Sie hat insbesondere Mittel für Sachkosten und Lehrbücher gestellt.

Neben der Sprachförderung wurde die Zusammenarbeit mit dem Darmstädter Ableger der bundesweiten Save me-Kampagne gestartet. „Mit Aktivitäten wie gemeinsames Kochen oder Kinderbetreuung wird die Integration der Flüchtlinge in unsere Gesellschaft erleichtert und uns der Zugang zu fremden Kulturen geöffnet“, resümierte Sombroek. „Gemeinsam mit Zustiftern, Spendern und Projektmitarbeitern leistet die Stiftung wichtige Beiträge, die Bürgergesellschaft sozial ausgewogener, kulturell vielfältiger und letztlich friedvoller zu gestalten“, schloss Hoschek. 2016 werden zahlreiche Projekte weitergeführt und neue anspruchsvolle Vorhaben ans Licht gebracht.