Bürgerstiftung Darmstadt zieht erfolgreiche Bilanz für 2018


Einrichtung präsentiert Tätigkeitsbericht: Rund 60 soziale Projekte stärkten im vergangenen Jahr das Gemeinwohl in der Wissenschaftsstadt Darmstadt – knapp 151.000 Euro investiert

Von Bildung über Integration bis hin zu Kunst und Kultur – mit ihrem vielfältigen sozialen Engagement hat die Bürgerstiftung Darmstadt auch 2018 die Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe für alle Bürgerinnen und Bürger der Wissenschaftsstadt Darmstadt ausgebaut. Insgesamt war die Bürgerstiftung in etwa 60 lokalen Projekten aktiv und hat diese mit rund 151.000 Euro gefördert. Beispielhafte Einblicke in die Arbeit des vergangenen Jahres gibt der Tätigkeitsbericht 2018, der am 8. August vorgestellt wurde. „Die Bürgerstiftung wird von Darmstädterinnen und Darmstädtern getragen, die ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein für die Menschen in ihrer Heimatstadt eint. Ihr Wille, das Gemeinwohl im besten Sinne positiv zu gestalten, macht unsere Arbeit erst möglich und beweist, wie wichtig der finanzielle und ideelle Einsatz der Zivilgesellschaft für ein intaktes soziales Gefüge ist. Beides hat es der Bürgerstiftung ermöglicht, seit der Neuausrichtung 2010 mehr als eine Million Euro in mehr als 280 Projekte vor Ort zu investieren“, sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch, der Kuratoriumsvorsitzender der Bürgerstiftung Darmstadt ist.

Bürgerstiftung hat Bildungsprojekte im Fokus

In der Hauptsache hat die Bürgerstiftung Darmstadt 2018 Projekte aus dem Bereich Erziehung und Bildung mit Wissenschaft und Forschung gefördert – knapp 60 Prozent (89.826 Euro) der bereitgestellten Mittel flossen in Maßnahmen mit diesem Stiftungszweck. Zugutegekommen ist das Geld unter anderem dem Projekt Kindervorlesungen. Die kostenfreien Veranstaltungen wurden vor mehreren Jahren von der Bürgerstiftung ins Leben gerufen und richten sich an Kinder ab sechs Jahren. An zehn Terminen im Jahr schlüpften diese in die Rolle von Studierenden und besuchten altersgerecht aufbereitete Vorlesungen an der TU Darmstadt zu unterschiedlichen Themen. Expertinnen und Experten informierten die jungen Studierenden in spannenden Vorträgen und Mitmachvorlesungen zum Beispiel über die Spuren des Klimawandels, erklärten ihnen, wie ein Song im Tonstudio entsteht, und weihten sie in die Geheimnisse des Lichts ein.

An zweiter Stelle stand mit 26.450 Euro die Förderung von Projekten aus dem Bereich Kunst, Kultur und Denkmalpflege. Zu den geförderten Aktivitäten zählen etwa die 10. Darmstädter Tage der Fotografie mit nationalen und internationalen Künstlern, die Aufführung einer modernen Version von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ am Darmstädter Woog und die Gitarrentage, die 2018 ihr 20-jähriges Jubiläum feierten.

Weitere 26.250 Euro gingen in die Alten-, Jugend-, Familien- und Behindertenhilfe. Mit einem Teil des Geldes wurde die Erstellung des Ratgebers „IN KLUger misSION“ finanziert, der sich an Familien mit behinderten Kindern richtet. Initiiert wurde er von vier betroffenen Eltern aus Darmstadt in Zusammenarbeit mit dem Verein Kinder- und Jugendarbeit e. V., dem Träger der Schulsozialarbeit an der Christoph-Graupner-Schule. Die Broschüre von Eltern für Eltern gibt Auskunft über wirtschaftliche Hilfen, führt Therapiezentren sowie Beratungs- und Freizeitangebote in und um Darmstadt auf und kann unter www.kinderhaus-johannesviertel.de kostenlos heruntergeladen werden. Zudem beteiligte sich die Bürgerstiftung Darmstadt an der Fachtagung „Alte mit besonderem Bedarf – Herausforderung für das ehrenamtliche Engagement“ –, einem Gemeinschaftsprojekt der Schader-Stiftung, der Paritätische Projekte gGmbH und dem Freiwilligenzentrum Darmstadt.

Darüber hinaus brachte die Bürgerstiftung für die Stiftungszwecke Völkerverständigung und Wohlfahrtswesen je 5.300,00 Euro und 3.000,00 Euro auf.

Crowdfunding soll Mathildenhöhe auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe unterstützen

„Die Bürgerstiftung Darmstadt wird ihrem gestalterischen Anspruch auch in Zukunft treu bleiben, indem sie sowohl neue eigene Projekte realisiert als auch mit Partnern kooperiert. Gleichzeitig planen wir, bewährte Angebote wie die Kindervorlesungen, den Bücherkoffer und unser Engagement für alle Menschen, die in Darmstadt ihre Heimat haben oder finden, fortzuführen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Dr. Markus Hoschek.

ÖSTLICHER PFEILER: SILBERLÖWE/PUMAEin Vorhaben, das die Bürgerstiftung seit Jahren verschiedenfach begleitet, ist die Bewerbung der Wissenschaftsstadt Darmstadt um die Aufnahme der Mathildenhöhe in die UNESCO-Welterbeliste. Auf diesem Weg gilt es nachzuweisen, dass die Mathildenhöhe für die Bürgerschaft von zentraler Bedeutung ist und diese die Bewerbung unterstützt. Um dies zu belegen, sollen die Darmstädterinnen und Darmstädter die Möglichkeit erhalten, sich aktiv in die Bewerbung einzubringen. Zu diesem Zweck haben die Bürgerstiftung und das Institut Mathildenhöhe ein Crowdfunding-Projekt ins Leben gerufen, das Spenden in Höhe von 200.000 Euro zur Finanzierung notwendiger Sanierungsarbeiten rund um die Mathildenhöhe sammelt soll.

Als Anstifterin des Crowdfundings stellt die Bürgerstiftung in Zusammenarbeit mit der Volksbank Darmstadt die Spendenplattform zur Verfügung. Zudem hat sie sich bereit erklärt, die ersten 10.000 Euro an Spendengeldern zu verdoppeln. Mit den mehr als einhundert Jahre alten Bronzefiguren von Bernhard Hoetger am Eingang des Platanenhains stehen die ersten Restaurierungsobjekte bereits fest. Spenderinnen und Spender, die sich mit 50 Euro oder mehr an dem Crowdfunding beteiligen, erwartet eine kleine Aufmerksamkeit als Dankeschön.

Dass die Arbeit der Bürgerstiftung offiziellen Qualitätsstandards entspricht, zeigt sie mit dem Gütesiegel für Bürgerstiftungen des Bundesverbands Deutscher Stiftungen. 2014 wurde es ihr erstmals verliehen. „Damals wie heute möchten wir damit demonstrieren, dass wir die zehn Merkmale einer Bürgerstiftung erfüllen. Dazu zählen unter anderem unsere Gemeinnützigkeit ebenso wie unsere wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit“, erklärte Dr. Markus Hoschek, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung. Nach 2016 hat sich die Bürgerstiftung 2018 zum zweiten Mal erfolgreich rezertifizieren lassen und darf das Gütesiegel daher auch bis 2021 tragen.

Trotz schwieriger Anlagebedingungen stärker

Der Blick auf die Zahlen zeigt ein positives Bild des zurückliegenden Geschäftsjahres der Bürgerstiftung Darmstadt. 2018 erwirtschaftete sie einen Jahresüberschuss von 68.728 Euro (Vorjahr: 104.627 Euro), sodass ihr in Fondsanteilen sowie in Termin- und Tagesgeld angelegtes Gesamtvermögen einschließlich des Bilanzgewinns 6.112.434 Euro (Vorjahr: 6.043.706 Euro) betrug. Entsprechend ihrer umsichtigen Wirtschaftsweise bildete die Bürgerstiftung freie Rücklagen i. S. des § 62 Absatz 1 Nr. 3 AO, deren Umfang sie 2018 um 37.000 Euro auf 2.066.000 Euro vergrößert hat. Das Grundstockvermögen inklusive des Kapitals der aufgelösten unselbstständigen Stiftungen in Höhe von 3.766.108 Euro ist konstant geblieben.

Steigende Spenden und eine solide Geldanlage erlaubte es der Bürgerstiftung Darmstadt, ihre Investitionen in Projekte aus Stiftungszwecken im Vergleich zum Vorjahr auf 150.826 Euro zu erhöhen (2017: 124.453 Euro). Auch die aus Spenden und Patenschaften erzielten Einnahmen konnte die Stiftung steigern. 2018 lagen diese bei 132.664 Euro (Vorjahr: 109.515 Euro).

Interesse an Patenschaft bleibt ungebrochen

Einzelpersonen, Familien, Gruppen und Unternehmen können die Arbeit der Bürgerstiftung Darmstadt finanziell unterstützen, indem sie eine Patenschaft übernehmen. Das Patenschaftsmodell ist in vier Kategorien unterteilt und reicht von Bronze (Jahresspende ab 100 Euro) bis zu Platin (Jahresspende ab 3.000 Euro). 2018 haben 45 Patinnen und Paten (Vorjahr: 44 Patinnen und Paten) zusammen 55.490 Euro an Fördergeldern (Vorjahr: 57.340 Euro) bereitgestellt. „Mit ihrem Engagement leisten die Patinnen und Paten einen wichtigen Beitrag zur Realisierung unserer vielseitigen Projekte. Diese Großzügigkeit wissen wir sehr zu schätzen“, sagt Dr. Günther Wickop, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung.

Geschäftsführer Gerd Wieber, Vorstandsvorsitzender Dr. Markus Hoschek und Vorstandsmitglied Dr. Günther Wickop bei der Vorstellung des Tätigkeitsberichts (Foto: Torsten Hellbusch, juergenwolf.com)